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Buchbesprechungen (2)
zu verschiedenen Themen und Regionen:
Übersicht
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Übersicht über alle von mir verfassten, im Internet verfügbaren Rezensionen |
Von den Autoren als die „Sieben Schwestern Indiens" bezeichnet, umfassen
sie ein Gebiet so groß wie Westeuropa und gehören zu den am
wenigsten von Fremden besuchten Gegenden des indischen Subkontinents. Die
Engländer hatten bis zum Ende der Kolonialzeit kaum Zugang zu den
Hügeln jenseits der Ränder des Assam-Tieflandes. Die tribal areas
- hügelige Vorberge, Berggebiete im Süden und der nach Tibet
hinaufstrebende östliche Himalaya - blieben unerforscht, da unzugänglich.
So geschieht es mit diesem Buch weltweit wirklich das erste Mal, dass Indiens
„wilder" Nordosten so umfassend beschrieben wird. Über Jahrzehnte
waren er als Unruheregion gesperrt, und viele Teile davon erfordern auch
heute noch teure Sondergenehmigungen. Selbst Inder benötigen teilweise
sog. Inner Line Permits, was die Einreise z.B. in den indischen Bundesstaat
Arunachal Pradesh einem internationalen Grenzübertritt vergleichbar
macht.
Die Assam benachbarten Räume zählten nach der Entkolonialisierung
und Ausbildung der heutigen „Nationalstaaten" in Südasien zu den umstrittensten
Gebieten. Um den größten Teil Arunachal Pradeshs beispielsweise,
das u.a. den kompletten Ostteil des Himalayas östlich von Bhutan einnimmt,
haben Indien und China einen abstrusen Krieg geführt. Merkwürdig
insofern, als China in einem schnellen Feldzug die gesamte Himalaya-Südabdachung
bis zum Gebirgsfuß in der Assam-Ebene eroberte, um seinen Anspruch
auf dieses Gebiet deutlich zu machen - einen Anspruch, den es bis heute
erhebt, obschon es sich wenige Wochen nach dem erfolgreichen Feldzug freiwillig
auf die von ihm nicht anerkannte McMahon-Linie - den Himalaya-Hauptkamm
- zurückzog. Diese geschichtlichen Aspekte wie das koloniale Handeln
der Briten, die die Grundlagen für diesen Konflikt geschaffen hatten,
werden von Stirn und van Ham leider ausgeklammert. Hier wäre wenigstens
ein Verweis auf das dieses Thema ausführlich behandelnde Werke von
Alastair Lamb* zu erwarten, den wir - einziger Wermutstropfen des Buches
- leider in der Bibliographie vermissen.
Das Hauptanliegen der Autoren ist allerdings auch die Dokumentation
der immer noch sehr lebendigen Kultur der Stammesgesellschaften in Nordostindien,
hauptsächlich in jenen Bundesstaaten, die Assam umschließen.
Es sind bislang völlig unbekannte Völker, Kulturen und Gebräuche,
die wir kennen lernen. In für einen solchen Prachtband ausführlicher
Dokumentation in Text und Bild konzentrieren sich die Autoren auf die verschiedenen
Aspekte des alltäglichen Lebens, der Glaubensvorstellungen und religiösen
Rituale. Mit besonderer Aufmerksamkeit stellen sie die vilefältige
Lebenswelt, den mythischen und historisch nachweisbaren Ursprung dieser
Völker zueinander in Beziehung und widmen der Betrachtung ihrer Wohnkultur,
der Ahnenverehrung, dem Donyi-Polo-Kult um sonne und Mond und der materiellen
wie ideellen Kultur ausführlichen Raum. Auch die historische Perspektive,
in der matriarchalische Strukturen und Kopfjägerei eine große
Rolle spielen, kommen nicht zu kurz.
Das Konzept des Buches ist das eines dokumentarischen Bildbandes, und
zwar weniger mit dem Schwerpunkt über großformatige Fotos romantische
Stimmung zu erzeugen (die sich, so der Leser Fernweh mitbringt, gleichwohl
einstellen kann), als vielmehr über eine Vielzahl von Abbildungen
auch die Vielfalt des Raumes darzustellen. Eindeutig stehen dabei die Menschen
im Mittelpunkt, was bei der ethnischen Vielfalt in dieser Region, die sich
zwischen Tibet im Norden und Myanmar im Süden durch unzählige
verschiedene Stammesbevölkerungen ausdrückt, auch Sinn macht.
Den Reichtum und der Lebendigkeit der Kulturen, die von über 500 ethnischen
Gruppen, vornehmlich tibeto-burmesischen Ursprungs, getragen wird, präsentieren
sie in 13 Kapiteln, die zumeist nach übergreifenden Themenstellungen
geordnet sind. In den ersten beiden Kapiteln werden Raum und Bevölkerung
sowie deren Ursprünge vorgestellt, anschließend exemplarisch
die bedeutende Gruppe der Apa Tanis herausgegriffen und präsentiert.
Der Glaube an die Gestirne ist als verbindende religiöse Vorstellung
ein Bindeglied zwischen mehreren Ethnien, weshalb ihm ein ganzer Abschnitt
gewidmet wird. Nachfolgend kommt die materielle Kultur mit ihren Symbolgehalten
zur Sprache: das Haus als Mutterleib der Stammesgesellschaft, die Mythologie
des Webens, die Welt als Tanz begriffen und die Jagd. Mit den Kapiteln
über Schamanismus, animistische und totemistische Aspekte sowie die
buddhistische Hochreligion der tibetischen und burmesischen Völker
wird religiösen Phänomenen ein gutes Drittel des Buches gewidmet.
Abei werden auch nicht die Probleme vergessen, die durch das Aufeinandertreffen
traditionller Werte und religiöser Vorstellungen mit Missionaren und
politischen Entwicklungen Indiens seit der Kolonialzeit entstanden und
bestehen.
Da wir als Menschen, die in einer hochtechnisierten Gesellschaft der
Natrur und dem Ritual in hohem Maße entfremdet sind, vom Phänomen
der Kopfjägerei schaurig-ergriffen sind, ist auch ihr, samt dem zugrundeliegenden
Fruchtbarkeitskult und weiteren Vorstellungen, ein ausführlicher
Text zugedacht, während der Abschluss der Rolle der Frauen und der
gesellschaftliche Stellung des Weiblichen gilt. Eine im wesentlichen gute
Bibliographie führt den interessierten Leser auch noch weiter.
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«Buddhas Bergwüste - Tibets geheimes Erbe im Himalaya. Kinnaur, Spiti, Lahaul, Changthang, Nubra» (Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1999) | ![]() |
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«Sierra, Bd.85, Auf Buddhas Pfaden» (Taschenbuch, Frederking & Thaler) | ![]() |
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Die tibetische Welt in Karten
Gavin Allwright & Atsushi Kanamaru
(Hg.): Mapping the Tibetan World. Reno NV (USA): Kotan Publishing 2000,
416 Seiten m. 253 SW- und 21 Farbfotos, 250 Karten und Übersichtsplänen.
Paperback ca. 31,- € - ISBN: 0970171609
Reiseführer sprechen sehr unterschiedliche Ansprüche an, und
es darf getrost als unmöglich bezeichnet werden, einen gewaltigen
Raum wie das tibetische Hochland, das rund siebenmal so groß ist
wie Deutschland, in Wort und Bild in einem fürs Reisegepäck tauglichen
Handbuch umfassend darzustellen. Zu viel gibt es zu sehen und zu erfahren,
und eine ins bodenlose gewachsene Tibetwissenschaft beginnt sich zu mühen,
die vielfältigen Aspekte tibetischer Kultur und Natur, der Menschen
und ihres Schaffens, auf wochenlangen Seminaren mit mehr als 300 Teilnehmern
nach und nach aufzuarbeiten. Dies mag auch der Grund sein, warum Allbright
und Kanamaru gar nicht erst versuchen, einen landeskundlichen Überblick
über den tibetischen Kulturraum zu geben. Was sie anstreben ist das
Liefern von reisepraktischen Informationen. Und da beim Reisen zum einen
die Orientierung eine zentrale Rolle spielt, zum andern auch bereits mehrere
Reiseführer existieren, haben sie sich auf das konzentriert, was bislang
fehlte: vernünftiges Kartenmaterial.
Herausgekommen ist dabei ein erstaunlich umfassendes, auf dem derzeitigen
Stand der Kenntnisse (und vielleicht sogar ein wenig darüber hinausgehend)
basierendes Werk mit einer Vielzahl von guten Kartenskizzen und Übersichtsplänen,
die es einem erlauben, sich auf Trekking-Touren vom Annapurna in Nepal
bis Hailuogou am osttibetischen Rand in Sichuan zu begeben, sich in zahllosen
Städten und Städtchen zwischen Delhi und Lanzhou, Kashgar und
Lanzhou zu orientieren und anhand von Straßenkarten mit gelegentlichen
Entfernungs- und Höhenangaben Touren zu planen. Dies macht das handliche
Paperback lohnend für jede Reise in den tibetischen Raum und wert,
auf die Touren mitgenommen zu werden.
Informationen über die Kultur und die Menschen kann es bei alledem
allerdings nicht leisten - und will dies wohl auch nicht. Es wird Kultur-
und Kunstreiseführer daher lediglich ergänzen, macht sich jedoch
tatsächlich durch den hohen Informationsgehalt seiner Karten durchaus
unentbehrlich. Es liefert mit ihnen Tips und Anregungen, die vor allem
all jene ansprechen, die über die üblichen Hauptrouten hinausgehen
und - fahren und dabei selbst zum Entdecker werden wollen. Für solcherart
Reisen ist Mapping the Tibetan World der ideale Begleiter. Dabei wird dem
Benutzer auch durchaus deutlich, wie lebendig und vielfältig der tibetische
Kulturraum geblieben oder wieder geworden ist. Auch eine „Blätter-Reise"
lohnt somit, begleitet durch eine Vielzahl von kleinen Schwarzweißphotos,
die zwar nicht allzu aussagekräftig sind, aber doch wirkungsvoll genug,
langes unterdrückte Fernweh wieder aufbrechen zu lassen.
China im Wandel oder das alte China?
Michael Wolf, Harald Maass: China im
Wandel. München: Frederking & Thaler 2001, 192 Seiten m. 130 Farbfotos,
gebunden mit Schutzumschlag. Preis 50,- €
Statt dessen spüren die Autoren behutsam das alte China auf, das,
wie sie ausdrücken, nur noch in den Nischen entlegener Bauerndörfer
oder vergessener Städte existiert. Doch noch gehört dieses Alte
zur Wirklichkeit Chinas, zur eindringlichen Lebenswirklichkeit seiner Menschen
- ein außergewöhnliches Potpourri an exotischen Riten, Düften,
Traditionen, die einem vor allem das Gefühl vermitteln, einen geheimen,
fast verbotenen Blick hinter die offiziellen Fassaden des fast nur noch
im Hinblick auf die Führung als kommunistisch zu bezeichnenden Riesenreiches
zu erhaschen. Dies alles jedoch ist die Bestandsaufnahme vor dem
Wandel, oder dessen, was der Wandel noch nicht erfasst hat ! Lässt
sich ein Buchtitel China im Wandel allein damit begründen, zu sagen,
dass es das Alte, das man dokumentiert, bald nicht mehr gebe?
Was aber ist Wandel? Es bedeutet ja nicht nur Abriss und Zerstörung,
sondern Veränderung von etwas Altem zu etwas Neuem. Im vorliegenden
Buch wird als Veränderung jedoch fast nur Verlust beschrieben. Was
neu ist bleibt außen vor. Selbst die Menschen werden überwiegend
über ältere Chinesen porträtiert, oder über Junge auf
dem Land, die wenigstens altbacken wirken. Ist dies ein Zufall in der Bildauswahl,
oder liegt es daran, dass deren Abbilder stimmungsvoller sind als jene
der „jungen städtischen Professionellen", die den Wandel der Städte
und des Landes dynamisch gestalten - und zwar durchaus auch kreativ und
nicht nur destruktiv.
Der Wandel dieses Chinas im Wandel komt folglich zu kurz: es wird gezeigt,
von wo es sich weg-verändert, aber nicht wohin. Die Zukunft wird nicht
einmal skizziert, und so entsteht der Eindruck, es gebe keine. Diesen Eindruck
stärkt der Text zum Glück nicht, doch die Chance, den wahren
Wandel auch über das Bildmaterial auszudrücken, ist leider vertan.
Zu ausführlich dokumentiert es die Relikte der Vergangenheit, und
lässt die Gegenwart allenfalls als deren bald brüchiger werdenden
Spiegel erscheinen. Die davon ausgehende Faszination ist verständlich
und nachvollziehbar, doch war der Gegenstand anders definiert. Thema verfehlt,
ließe sich da sagen, wenn auch auf schöne Art und Weise.
Etwas besser sieht es da mit dem Text des China-Korrespondenten Harald
Maass aus, der in den Pekinger „Hutongs" - den Altstadtgassen der Hauptstadt
- lebt und das Leben dort eindrucksvoll und lebendig beschreibt. In seinem
Text wird es schon angesprochen, dass China im Umbruch ist: dass Hochhäuser
in Peking, Shanghai und Kanton die alten Stadtteile verdrängen, weil
es sich dort für die Menschen nicht so gut leben wird. Er stellt nicht
nur fest, sondern begründet auch mit den Argumenten der Bewohner selbst.
Gelegentlich entlarvt er dabei die dabei entstehende Wehmut als die romantische
Perspektive des westlichen Besuchers. Damit bewahrt er die zugegebenermaßen
wunderschönen Fotos davor, den vorliegenden Bildband lediglich zu
einem Schwanengesang auf eine verlorene Welt werden zu lassen, ohne eine
wirkliche Perspektive für die Zukunft. So ganz widersprechen will
Harald Maass diesem Eindruck aber auch nicht immer.
Gleichwohl zeichnet er in seinen lebensnahen Texten ein optimistischeres,
ein fröhlicheres Bild des Landes, als es die verloren wirkenden Menschen
auf Wolfs Personenbildern tun. Dies bleibt uns das Rätselhafteste
an den ansonsten überzeugenden Fotos: wie es kommt, dass kaum einmal
jemand auf den Bildern lacht, wo es doch gerade die Frohnatur der Chinesen,
ihr Lachen und Spaß an der Freude, ist, was uns immer in den Bann
zieht. Aber auch Maass entfernt sich im Text nach der viel versprechenden
Einleitung über die Hauptstadt Beijing vom Wandel in den Städten
und verläuft sich auf dem zugegebermaßen hochinteressanten Land,
wo ja auch noch immer die Mehrheit der Chinesen lebt. Die Ungleichgewichte
des Bildteils sind daher kaum auszugleichen.
Was als Fazit über diesen prächtigen Farbband zu sagen bleibt,
ist: herrliche Bilder, die aber am Thema vorbeigehen, und damit einmal
ein Bildband, in dem der relativierende Text wichtiger ist als in vielen
anderen derartigen Werken! Insgesamt kann man ihn daher zwar wärmstens,
jedoch nur mit einem „Schade über die vertane Chance!" empfehlen.
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Es ist überaus interessant und wohltuend, wie van Ham und Stirn
die verschiedenen kulturellen und ethnischen Einflüsse dieser Landstriche
im West-Himalaya ansprechen und bündig analysieren. So wird mit Recht
darauf hingewiesen, daß trotz des starken tibetischen Einflusses
im Norden und Nordosten dieser Region sowie des hinduistischen im Süden
und Südwesten dennoch keine eindeutigen Zuordnungen möglich sind.
So kleinräumig die ehemaligen Fürstentümer letztlich sind,
so hat doch jedes seine eigene ‘Mi-schung’ zuwege gebracht. Jede hat zwar
Ähnlichkeit mit dem Nachbarraum, zeichnet sich aber doch durch spezielle
Eigenheiten aus. Man würde sich wünschen, daß sich die
zahlreichen die Tibetfrage behandelnden Autoren hier ein Beispiel nähmen
und die anderen Teile des gewaltig-großen tibetisch-buddhistischen
Kulturraumes ähnlich differenziert betrachten würden.
Daß im einen oder anderen - nicht gravierenden - Fall manche
Aussagen der Autoren zu wenig reflektiert werden, spielt allenfalls für
den Fachmann eine Rolle. So hätte es ihnen immerhin zu denken geben
sollen, wenn sie im Kinnaur-Kapitel betonen, daß die Frauen durch
die Polyandrie (also die „Vielmänner-Ehe") Erleichterung bei ihrer
Arbeit erfahren, aus der nachfolgenden Beschreibung dann aber deutlich
wird, daß die Männer gleichwohl nur den in ihrer Gesellschaft
typischen Männertätigkeiten nachgehen, die Frau dagegen mindestens
gleich viel, wenn nicht gar mehr zu tun bekommt als sonst. Auch fragt man
sich, inwiefern ein Junge, der von seinen Eltern u.U. mit sieben Jahren
ins Kloster geschickt wird, tatsächlich die Möglichkeit hätte,
diesem Scicksal zu entgehen, indem er sich eine entsprechende Braut zurm
Heiraten suchte?
Dies sind jedoch Details am Rande und schmälern in keinster Weise
den Informa-tionsgehalt des Buches, und schon gar nicht die vorzügliche
Qualität des Bildmaterials. Landschaften, Menschen, Kulturdenkmäler
und Kunstschätze werden hier in vorzüglicher Weise dokumentiert
und präsentiert. Als sehr angenehm empfindet bestimmt jeder Leser,
daß die herrlich strahlenden Fotos, die die unterschiedlichen Stimmungen
in der Gebirgsregion sehr schön wiedergeben, meist mit sehr ausführlichen
Bildlegenden versehen sind. Auf diese Weise werden die Autoren den Besonderheiten
der einzelnen Gebiete gerecht und erleichtern dem Leser die unmittelbare
Zuordnung inhaltlicher Erläuterungen. So wird die Beschäftigung
mit den Fotos nicht auf ein verständnisloses, staunendes Blättern
im Buch reduziert, sondern von informativen Erläuterungen begleitet.
Ich gehe davon aus, daß auch jene, die mit den Namen Kinnaur,
Spiti, Lahaul, Changthang und Nubra zuvor nichts anfangen konnten, nach
der Lektüre und dem wiederholten Durchschauen des Bandes mit dem etwas
merkwürdig anmutenden, aber durchaus zutreffenden Titel „Buddhas Bergwüste"
unwiederbringlich Fernweh bekommen werden - nach eben diesen Gebieten...
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Gendün Chöpel (1905-1951) kann ohne Zweifel als eine der faszinierendsten und schillerndsten Persönlichkeiten Tibets im 20. Jahrhundert bezeichnet werden. Seine Bedeutung für die tibetische Geistesgeschichte wird zunehmend auch im Westen erkannt. Früh als Wiedergeburt eines spirituellen Meisters entdeckt ... (weiter lesen hier klicken)
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Die Zauberwelt des Himalaya
ist die Heimat von rund 40 Millionen Menschen - ein buntes Gemisch der
Ethnien, Religionen und Lebensformen. Allen gemeinsam ist jedoch die tiefe
Ehrfurcht vor den Schneeriesen, zu deren Füßen sie leben. Auf
den wolkenumwölbten Berggipfeln thronen dem Glauben der Einheimischen
nach die Götter und bestimmen den Lebensrhythmus der Menschen von
der Geburt bis zum Tod. Farbenprächtige religiöse Zeremonien
und Maskentänze, mühevolle Pilgerreisen zu heiligen Bergen und
Seen, monumentale Sakralbauten und überall bunte Gebetsfahnen - der
harte Alltag in der oft lebensfeindlichen Welt des Himalaya ist von Glauben
und Spiritualität durchdrungen. Nirgendwo sonst finden sich in einem
Gebirge so viele Zeichen der Religiosität.
Mit einer Sammlung beeindruckender
Aufnahmen aus verschiedenen Fotoexpeditionen nach Ladakh, Zanskar, Kaschmir,
Himachal Pradesh, Nepal, Mustang, Sikkim, Arunachal Pradesh, Tibet und
Bhutan lädt dieser Bildband ein zu einer Reise in die mystische Welt
des höchsten Gebirges der Erde.
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Zusammen mit der Neuauflage des 1967 erschienenen Grundlagenwerkes über
die „Symbolik der tibetischen Religionen und des Schamanismus" von Helmut
Hoffmann hat der Hiersemann Verlag nun mit einem ergänzenden Bildband
das Werk nicht nur komplettiert, sondern auch anschaulicher gemacht. Im
umfangreichsten ersten Teil legt Susanne Knödel eine systematische
Einführung in die Bilderwelt des tibetischen Buddhismus vor. Die im
Vergleich zu einem reinen Textwerk natürlich knapperen Bilderklärungen
führen skizzenhaft in die Ikonographie der hierarchisch geordneten
göttlichen Wesenheiten ein: Buddhas der verschiedenen Ebenen, Bodhisattvas,
Schutzgottheiten und eine exemplarische Auswahl von Göttern sowie
symbolische Bildwerke wie Mandalas, Rad der Existenz und Ritualgegenstände.
Große Lehrer und Mönchsgelehrte werden - von Padmasambhava abgesehen
- ausgespart.
Die wichtigsten Bön-Gottheiten werden in wenigen Bildbeispielen
vorgestellt, was in Anbetracht des immer noch sehr rudimentären Wissens
über die Ikonographie der Bön-Religion verständlich ist.
Kvaernes bibliographischer Essay freilich macht deutlich, dass sie zukünftig
in separaten Werken wird abgehandelt werden müssen. Im Rahmen des
vorliegenden Tafelbandes reicht der erste Einstieg, der durch die Parallelen
und enge Verwobenheit mit dem tibetischen Buddhismus erleichtert wird.
Mit einem Viertel des Bandes nimmt der schamanistische Bildteil im Vergleich
zum Bön verhältnismäßig viel Raum ein, zumal der Schamanismus
kein nur dem tibetischen Religionskomplex eigenes Phänomen darstellt,
sondern - wie die Verfasserin Ulla Johansen mit Recht betont - „ein Phänomen,
das im Zusammenhang mit unterschiedlichen einheimischen Religionen auftreten
kann" (S. 192).
Die Erläuterungen des Tafelbandes von Knödel, Kvaerne und
Johansen sind in sich geschlossen und erschließen sich dem Kenner
der Materie auch ohne die unmittelbaren Ausführungen des Textbandes
von Hoffmann. Die Systematik beider Bände ist aufeinander abgestimmt,
während den Fortschritten beim wissenschaftlichen Kenntnisstand seit
dem ersten Erscheinen von Hoffmanns Textband im Tafelband Rechnung getragen
wurde.
Aufgrund der Fülle der Gestalten und Symbole in der Glaubenswelt
der Tibeter ist es nicht möglich, bei deren Darstellung Vollständigkeit
zu erlangen. Selbst die Grundgestalten können nicht komplett eingeführt
werden, da regionale Unterschiede wie auch verschiedene Interpretation
und Betonung der Wesenheiten je nach Schulrichtung bereits eine Übereinkunft
darüber verunmöglicht, welche in einem größeren Rahmen
noch als grundlegend zu betrachten sind und welche nicht. Wenig einbezogen
wird die Volksreligion, welche die Symbolik der Hochreligion durchaus in
eigener Weise zu deuten imstande ist. Allerdings hat die Forschung dies
aufgrund der Komplexität und Faszination der philosophisch-meditativen
Aspekte der tibetisch-buddhistischen Hochreligion bis heute vernachlässigt.
Noch bei Hoffmanns Text wird deutlich, dass die Neigung besteht, die tibetische
Volksreligion dem Bön-Part zuzurechnen, während wir doch eigentlich
davon ausgehen müssen, dass die Volksreligion - sei es im Rahmen des
Buddhismus, sei es im Bön - neben beiden zu ihrem eigenen Recht kommen
muss.
Abschließend bleibt zu bemerken, dass die gute Wiedergabe - auf
125 Schwarzweiß-Tafeln - der zur Illustration zumeist aus dem Hamburger
Völkerkundemuseum ausgewählten Stücke den Band allein schon
lohnend machen. Aus diesem Grund wird er von Fachleuten gewiss dem schon
vorhandenen Textband aus Hoffmanns Feder hinzugesellt. Auch für bislang
weniger tief in die Materie Eingedrungene bietet sich mit dem Tafelband
die Möglichkeit, die Symbolik der tibetischen Religionen systematisch
zu erfassen und durch die Erläuterungen zu vertiefen. Für Lücken
im Wissen des Laien eignet sich der ältere Textband gut als Referenzwerk.
Die entsprechend der Dreigliederung des Werkes ebenfalls aufgeteilte Bibliographie
bietet darüber hinaus die Chance, sich einen Überblick über
die jüngere diesbezügliche Literatur zu verschaffen.
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Hoffmann, Carl-Heinz und Franz Aberham: Zanskar im Himalaya. Reise in die Gegenwart Übersicht über alle von mir verfassten, im Internet verfügbaren Rezensionen |
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