Book reviews in German language (index)

 
 

Buchbesprechungen (1)
zu verschiedenen Themen und Regionen:

 

Übersicht

Azal & Cozzi: Chile
Chenevière: Jordanien
Michaels: Hinduismus
 Binder & Rode: Tibet
Goldner & Trimondi 
über den Dalai Lama
von Brück: Tibetischer Buddhismus
 Manderscheid: Nomaden in Dzamthang (Osttibet)
 Baker & Lain: Der geheime Tempel von Tibet
 Alice Grünfelder (Hrsg.): Tibetische Erzählungen
Burma
 Saitner & Winterfeld: Burma
 Klemens Ludwig: Birma
von Senger:
Strategeme
M. Jan und R. & S. Michaud: 
Die Chinesische Mauer
Gerhard W. Schuster: Das Alte Tibet.
Geheimnisse und Mysterien
Aglaja Stirn, Peter van Ham: The Seven Sisters of India
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Buchbesprechungen
Übersicht über alle von mir verfassten, im Internet verfügbaren Rezensionen
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Alice Grünfelder, Herausgeberin:

An den Lederriemen geknotete Seele

Erzähler aus Tibet

159 Seiten, Taschenbuch, Unionsverlag, Zürich (geb. Originalausgabe 1997), DM 16,90 [EUR 8,64], ISBN 3-293-20160-1
aus dem Chinesischen übertragen mit einer kurzen Einführung in die junge tibetische Literatur versehen von Alice Grünfelder und Beate Rusch
Schlagworte wie „Tibet - das Sterben einer Hochkultur" prägen das Bild des Schneelandes in unserer Medienlandschaft. Nicht nur wird dabei der Eindruck erweckt, seit dem chinesischen Einmarsch 1950/51 sei das kulturelle Leben, von dem bei uns im Westen in der Regel geglaubt wird, es habe sich ausschließlich auf die Religion beschränkt, völlig zum Erliegen gekommen; als sei die Kultur Tibets irreversibel verloren und eine Fortleben stünde daher völlig außer Frage. Mit dem vorliegenden Buch jedoch liegt einer der Beweise dafür vor, daß tibetische Kultur nicht nur lebt, sondern sich auch fortentwickelt.

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Jenseits des Ozeans: CHILE

Susanne Asal und Guido Cozzi, Jenseits des Ozeans: CHILE. München: Verlag C.J. Bucher 1998, 88 S., geb. m SchU, HC 27,7x32,8 cm hoch, mit zahlreichen Farbfotos und Karten, DM 39,80,-
Gerne würde ich diese Rezension damit beginnen, daß der erste Gang nach dem Ende der Lektüre dieses Chile-Bandes zum Reisebüro führte und mit der Buchung eines Fluges endete, denn gerade die überaus ansprechenden Fotos von Guido Cozzi verführen doch sehr dazu, unmittelbar zu einer Reise nach Südamerika aufzubrechen...

Für einen ersten Eindruck reicht der gut lesbare und mit viel Sympathie für Land und Leute geschriebene Text von Susanne Asal selbst für "Ahnungslose". Mehr ist in einem 88-seitigen Band, dessen Schwerpunkt eindeutig auf der optischen Präsentation einer Region „jenseits des Ozeans" liegt, auch kaum möglich. Ergänzt wird der einführende Essay durch ein Kastenthema von Bettina Dreier-Fialla, die über ihre Erfahrungen bei einer mit der ganzen Familie unternommenen Fahrradtour auf der "Carretera austral", im Süden des langgestreckten Landes, berichtet. Hier steht allerdings mehr das „Biking" als die Schönheit des Landes im Vordergrund. 

Interessanter, zumindest für den Rezensenten, sind kleinen Einzelporträts beispielsweise über den von der Atacama-Wüste geprägten Norden, die Osterinsel oder die Nationalparks im klimatisch abwechslungsreichen Süden, wo Eis und Schnee mit sommerlich warmen und feuchten Tagen abwechseln. Appetitanregend ist das Kastenthema über die chilenische Küche, und jenes über deutsche Siedler, die „Robinson-Crusoe-Insel" u.a. ergänzen den Band gut. Insgesamt liegt hier ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Buch vor, das man immer wieder gern zur Hand nimmt, wenn man Reisefieber bekommen möchte oder schon welches hat...

© Andreas Gruschke


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Alte Kulturen im Beduinenland

Alain Chenevière,  JORDANIEN. Alte Kulturen im Beduinenland. München: Verlag C.J. Bucher 1998, geb., HC mSchU 26,5 cm x 28,8 cm hoch, 192 S. mit 219 Farbfotos sowie 1 Karte, DM 88,-

 
Mehr als auf eine Reise durch das moderne Jordanien führt der Bildband des Fotografen Alain Chenevière auch in die antike und mittelalterliche Welt des nahöstlichen Landes. Wo viele nur an die Wüstenwelt der Beduinen und den muslimischen Alltag im Schatten der Moscheen denken, zeugen doch auch großartige Ruinenstätten vom Glanz vergangener Reiche - von den Römern, Nabatäern, Byzantinern bis hin zu den arabischen und türkischen Eroberern. Die Rolle der westlichen Mächte bei der politischen Gliederung des nahöstlichen Raumes finden ebenfalls angemessenen Raum in der historischen Betrachtung. 
In der Art einer regionalen Länderkunde, aber beschränkt auf das Wesentliche und die spannendsten Momente der Geschichte, will der Text über Geographie, Naturraum, die Menschen und ihr Wirken informieren. Wenn auch gelegentlich ein wenig gewagt in seinen wenig wahrscheinlichen Mutmaßungen, in denen Chenevière beispielsweise spekuliert, daß die Menschen in fruchtbaren Gegenden weder Zeit noch Interesse hatten, Monumente zu errichten, bietet er in seinem Text doch einen guten Überblick über die geschichtlichen und modernen Entwicklungen in einem Land, das wegen seines Erdölmangels zu den wirtschaftlich Ärmeren der arabischen Welt gehört.
Ausführliche Bildlegenden und zusammenfassende Kapiteltexte geben ebenso einen repräsentativen Eindruck von der Welt der Beduinen, der palästinischen Bauern und der wenigen Städte Jordaniens wieder, wie die große  Motive-Vielfalt in der ausgezeichneten Auswahl sorgfältig reproduzierter Farbbilder. So werden in Bild und Text alle wesentlichen Großregionen des mit nur 4,6 Millionen Einwohnern bevölkerten Wüstenstaates vorgestellt: vom Jordantal über den Westabbruch des Jordanischen Hochplateaus, die großen Wüstenregionen, die berühmte Königsstraße östlich des Toten Meeres bis hinab in die farbenprächtige Unterwasserwelt an den Korallenriffen im Golf von Aqaba. Ein Buch, das man immer wieder durchblättern wird, wenn man neue Reisepläne schmieden will.

© Andreas Gruschke


Von Alain Chenevière sind im Bucher Verlag außerdem noch Bildbände über folgende Länder und Regionen erschienen:
«Syrien. Wiege der Kultur» (München 1996)
«Auf den Spuren Marco Polos. Von Venedig in den Fernen Osten» (München 1996)
«Inselwelten im Pazifik» (München 1996)

 
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Aus einem Nichts etwas erzeugen und im getrübten Wasser fischen

Von den Listen der Chinesen

Harro von Senger: Strategeme. Lebens- und Überlebenslisten aus drei Jahrtausenden. Band  2: Strategme 19-36. Bern: Scherz Verlag 2000, 816 S., DM 89,-

Harro von Senger (Hg.): Die List. Edition suhrkamp 1999, 500 S., DM 29,80

Listiges Handeln wird in der chinesischen Kultur nicht von vornherein negativ, sondern nur mit Blick auf die zugrunde legenden Ziele bewertet. Deshalb hat der führende und einzige westliche Forscher auf dem Feld der Strategemkunde, Harro von Senger (1999, S.22), das neutrale Wort „Strategem" als Übersetzung für den chinesischen Begriff „ji" (in sanshiliu ji - sechsunddreißig Strategeme) gewählt. Den Strategemgeschichten - dem Phänomen der in China neutral bis positiv besetzten Listen - widmet er deshalb so viel Aufmerksamkeit, weil sie „auf einer ganz anderen Ebene die Durchsetzungskraft chinesischer Individuen bei der Verwirklichung von Zielsetzungen von - aus der Sicht des heutigen Menschen - individualistisch-menschenrechtlichem Zuschnitt" beweisen. (1999, S.30) Es geht hier demzufolge um neue Aspekte der chinesischen Zivilisation, die mehr als alle anderen von gängigen Reich-der-Mitte-Klischees abweichen. Sie machen deutlich, dass Listen nicht wie bei uns in erster Linie als „Täuschung" und „Betrug" angesehen werden, sondern dass als ihre wesentliche Grundlage das „Außergewöhnliche" erkannt wird. (2000, S.44) Dies hat von Senger bereits 1988 in seinem ersten Strategeme-Bandes illustriert.
Mehr als ein Jahrzehnt nach der Veröffentlichung seiner Erläuterung über die ersten 18 der 36 Strategeme hat er nun seine Ausführungen über die zweite Hälfte des Katalogs von „Lebens- und Überlebenslisten" der Chinesen vorgelegt. Mit über 800 Seiten handelt dieser zweite Band zwar die gleiche Zahl von Strategemen ab, ist aber auf fast den doppelten Umfang des ersten Bands angewachsen, ohne dass der Autor uns den Grund hierfür erläutern würde. Liegt es daran, dass er die zweite Hälfte des Kataloges für sehr viel bedeutender oder aussagekräftiger hält, dass die Sammlung durch die andauernde Forschung deshalb einfach umfangreicher geworden ist? Oder hat sich hier das Strategem Nr.7 verselbständigt und „aus dem Nichts [noch] etwas [mehr] erzeugt"?

Ein Gewinn ist sicher die 70 Seiten lange Einführung, in dem von Senger den im ersten Band noch knappen theoretischen Rahmen seiner Arbeit vertieft, der einer ethisch begründeten „Sehnsucht nach einer Welt ohne List" das strategemische Verhalten z.B. in der Kindererziehung gegenüberstellt. Wie der Kampf mit „Kopf statt mit Kraft", also mit List und Weisheit (und eben nicht mit Tücke), zum menschlichen Verhalten gehört, und wie dies wahrgenommen wird, list sich in den 24 Absätzen der Vorrede durchaus interessant. Darüber, ob es wirklich nötig ist, auf einer Seite darzulegen, in wievielter Auflage und in wie vielen Sprachen auf welche Weise das vormals noch unvollständige Werk wo erschienen ist, lässt sich jedoch streiten. Dem Autor würde die Bewunderung der Leserschaft auch ohne diese Selbst-Akklamation zuteil.

In vielen herrlichen Legenden und Anekdoten berichtet uns von Senger aus der gesamten chinesischen Geschichte vom Altertum bis in die moderne Volksrepublik. Dabei wird deutlich, wie groß trotz aller revolutionärer Bewegungen die Kontinuität der kulturellen Prägungen in China ist. Mit einer gleichfalls großen Zahl von Geschichten und Ereignissen aus dem (insbesondere westlichen) Rest der Welt legt uns der Autor dar, wie viel auch bei uns im Sinne der chinesischen Strategeme gedeutet werden kann. Dabei macht er zum einen den universellen Charakter dieser Lebens- und Überlebenslisten deutlich, und zeigt, welches schier unerschöpfliche Potential für die unterschiedlichsten kulturellen Kontexte und Konfliktsituationen sie besitzen. Nach Meinung des Rezensenten übersieht er dabei aber, dass diese auch Anwendung finden, ohne sich nach dem Katalog aus China zu richten. Dennoch sollte betont werden, dass von Senger mit Recht darauf verweist, dass die durch Strategeme (aber nicht nur durch sie) geprägten Verhaltensweisen der Chinesen mit Blick auf diesen Katalog bestimmt häufiger besser verstanden würden. Dieser Umstand gilt freilich noch für eine Anzahl weiterer kultureller Komponenten - allen voran jener der Wahrung oder des Verlustes von „Gesicht" (lian), der im täglichen Umgang vom Einzelnen bis zum Gesamtstaat eine ungeheure, im Westen nicht nur unterschätzte, sondern oft sogar übergangene Rolle spielt.

Auf der technischen Seite ist wie beim ersten Strategeme-Band das Fehlen einer Bibliographie heftig zu bemängeln. Der Personen-Index kann den erheblichen Nachteil der unsäglichen Zitierweise des Autors (voller Textnachweis im laufenden Text) nicht ausgleichen. Zum einen stören die bis zu vier Zeilen langen bibliographischen Hinweise im Lauftext den Lesefluss erheblich; zum andern müssen bei der Suche nach einem Literaturhinweis u. U. sämtliche Textstellen eines häufig zitierten Autors nachgeblättert werden. Außerdem umfasst der Index nicht nur Autoren, sondern auch Protagonisten, weshalb zu hoffen bleibt, dass Autor und Verlag sich irgendwann doch noch mit Fußnoten anfreunden. Statt von interessierten Lesern zu erwarten, hier das Strategem Nr. 20 - „im getrübten Wasser fischen" - anzuwenden, wäre eine klar gegliederte Bibliographie sicher hilfreicher.

Von eben diesem Problem ist der interessierte Leser bei dem vom selben Autor herausgegebenen Suhrkamp-Band über „Die List" nicht betroffen (außer beim Herausgeber von Senger selbst). Im Zuge seines dankenswerten Bestrebens, die Wertigkeit der List im chinesischen und abendländischen Denken zueinander ins Verhältnis zu setzen, hat von Senger 20 Wissenschaftler-Kollegen dafür gewonnen, teilweise überraschend spannende und durchweg ergiebige Beiträge abzufassen. Dem Phänomen der List auch in anderen Fachgebieten nachzuspüren, hat ein Buch ergeben, das ein großes Spektrum umfasst - von der List im alten Orient, bei den alten Ägyptern und Griechen, in Indien und bei den Germanen, im lateinischen Mittelalter, der islamischen Rechtsentwicklung, der theologischen, christlichen und juristischen Tradition bis hin zur Biologie, Psychologie Ethologie und Philosophie. Besonders fruchtbar und zuweilen unterhaltsam wird die Lektüre dieser empfehlenswerten Texte nicht allein durch die Beschäftigung mit bekannten Themen unter einem völlig neuen Aspekt - der List -, sondern auch durch teilweise völlig neue und überraschende Erkenntnisse. Sie bieten Blickwinkel, die alle Denkmuster überdenken lassen, die von der Vorstellung ausgehen, es gebe besonders listenreiche Völker (hier: Chinesen), bis hin zu der, dass „Manipulation, und das heißt Liststrategie, die zunächst Individuen ‘Vorteile’ verschafft, der kommunikative Normalfall" sein könnte - wie Hugo Steger in seinem Beitrag  zu von Sengers Sammelband (1999, S. 339) meint.

Letztlich wird bei alledem deutlich, dass die Kenntnis des Kataloges dieser Listen in erster Linie davor schützt, denselben nicht auf den Leim zu gehen. Bei einer allgemeineren Verbreitung desselben wird die Anwendung solcher Listen natürlich schwieriger - und fördert die Schöpfung neuer Listen - solcher, die nicht in den konventionellen Strategeme-Katalog passen. Nach Meinung des Rezensenten wird hier die viel zu wenig angesprochene Unterscheidung von Form und Inhalt vernachlässigt. Die Form der List ist leicht eruierbar, sie mithin klassifizierbar, ihr Inhalt um so weniger, je aussichtsreicher - und damit Erfolg versprechender - sie ist. D.h. inhaltlich ist sie oft erst nach ihrer Anwendung in ein solches Schema zu pressen. Beim Blick auf die zahllosen Beispiele solcher Listanwendung im chinesischen und westlichen Kulturkreis wird zudem deutlich, dass die Grenzen der Einordnung sehr weit gesteckt werden - was in Anbetracht der poetischen Formulierung ohnehin leicht fällt. Vielleicht lag es ja gerade auch hieran, dass andere Kulturen weniger Wert auf die Ausarbeitung von Listen-Katalogen legten, zumal sich im Westen das Alternativ-Modell der Rhetorik entwickelt hat. Es ist letzthin gut vorstellbar, dass die konsequente Anwendung beider innerhalb einer Gesellschaft eher ausgeschlossen, weil unnötig ist. Der Rezensent postuliert dies nicht, aber stellt dies in einer Strategeme-Diskussion zur Debatte, in welcher von Sengers These, die chinesische Weisheit sei um die Dimension der Strategemkundigkeit reicher als die westliche Intelligenz, durchaus nicht unwidersprochen bleiben wird. Die seiner Meinung nach zwischen China und dem Westen bestehende „Intelligenzkluft", ergibt sich ja nicht aus der Formulierung und Klassifizierung, sondern der erfolgreichen Anwendung - oder Abwehr - derselben.

Im Übrigen sei betont, dass sich im Katalog der Strategeme nach Meinung des Rezensenten weniger der chinesische Wille zur listenreichen Manipulation der Welt ausdrückt, als vielmehr der über weite Strecken der chinesischen Überlieferung merkliche Hang zur archivierenden Katalogisierung, Klassifizierung und vor allen Dingen der Zitierfreude. Schließlich zeichnet sich die chinesische Sprache ja durch ihre Vorliebe für andeutende Zitate aus. In knapper Form weist man auf bestimmte Sachverhalte hin, hier nach Art der Startegeme, dort in Tausenden von chengyu, den in oft poetischer Form, zumindest aber häufig auf literarische und historische Inhalte verweisend, mit unseren sprichwörtlichen Redensarten vergleichbaren Formeln. Demzufolge überrascht es nicht, dass es einen allgemein anerkannten Katalog von exakt 36 immer gleichen Strategemen nicht eigentlich gibt. Das mindert gewiss nicht den Wert dieses Kataloges, doch dürfen wir ihn vielleicht ebenso wenig überbewerten.

Insgesamt sind beide - im Gegensatz zu vielen anderen von Wissenschaftlern verfaßten Werken - gut lesbaren Bücher wärmstens zu empfehlen und lohnen den zeitraubenden Aufwand der Lektüre. Noch dauerhafter wäre der Nutzen der Bücher von Harro von Senger allerdings, wenn er sich - aufgrund der Tragweite muss ich dies hier noch einmal betonen - endlich entschließen könnte, wenigstens bei seinen umfangreicheren Werken eine Literaturverzeichnis zu erstellen. Ein solcher Standard wird zu Recht jedem wissenschaftlichen Werk, das ernst genommen werden will, abverlangt.

© Andreas Gruschke


Von Harro von Senger sind außerdem noch folgende interessante Titel bei amazon erhältlich:
«Strategeme, Lebens- und Überlebenslisten aus drei
Jahrtausenden, Bd.1, Strategeme 1-18» (Scherz Verlag, München 2000)
«Strategeme 1/2. Strategeme 1 - 18 / 19 - 36» (München 2000)
«Die List» (Suhrkamp, Frankfurt 1999)
«Einführung in das chinesische Recht» (C.H. Beck 1994)

 
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Tibet. Land und Kultur

Franz Binder, Winfried Rode: Tibet. Land und Kultur. München: Hirmer Verlag 2000, 264 S., mit 200 Farb-Fotos und 65 SW-Abbildungen, 1 Karte, DM 98,-
Das beliebte Thema Tibet hat auch den Hirmer Verlag dazu bewegt, in bewährter Qualität einen neuen Bildband herauszugeben. In großzügigen Bildsequenzen lassen uns die Autoren Franz Binder und Winfried Rode mit ihren farbenprächtigen Bildern in das Reich der Mönche und Pilger eintauchen und ein wenig am Leben der Bauern und Nomden teilhaben. Eingerahmt von Schneegipfeln und kargen Hochlandsteppen werden wir mit typisch tibetischen Landschaften ebenso vertraut wie mit den Tempeln und Klöstern, in denen über eine üppige Bilddekoration Inhalte der Glaubensformen des tibetischen Buddhismus deutlich werden. 
Umfassend will uns der Text durch die spannende und wechselvolle Geschichte des Schneelandes führen, in hohem Maße differenzierend von den nur in Mythen überlieferten Ursprüngen über die frühe Geschichtlichkeit bis in die Gegenwart. Dies geschieht sachkundig, wenn auch ganz im Sinne der tibetisch-buddhistischen Geschichtsschreibung (und damit nicht quellenkritisch). Damit leisten die Autoren auch ein wenig westlichen Idealisierungen Vorschub (S. 21: „ein Volk kriegerischer Nomaden ... in eine religiös geprägte Hochkultur geführt") und schwanken dabei zuweilen zwischen Romantisieren („Nomadens eit undenklichen Zeiten"), Simplifizieren (Darstellung der Ereignisse von 1959 und danach auf S. 30) und Differenzieren insbesondere in den Kapiteln über Religion und Kunst. Gerade letztere gefallen ganz ausgezeichnet, da sie korrekterweise die Volksreligion betonen und den weltanschaulichen Hintergrund des Lamaismus besser als sonst üblich ausführen.

Der Mythos Tibet allerdings wirkt auch hier ungebrochen fort, wenn auf S. 32 wieder das Bild einer ökologisch orientierten, gewaltfreien und überaus spirituellen Bevölkerung gezeichnet wird. Dennoch werfen die Autoren auch öfters einen kritischen Blick auf die alte Gesellschaft und die politischen Ereignisse vor und nach dem chinesischen einmarch. Allerdings muss gesagt werden, dass auch der vorliegende Band nicht dazu verhilft, bei größerem Interesse an den Hintergründen der modernen Geschichte Tibets auf englischsprachige Literatur zurückgreifen zu müssen - leider fehlen in der Bibliographie die dazu wichtigen Werke von Melvyn Goldstein, Geoffrey Samuel, Tsering Shakya.

Das ist aber ohnehin nicht das eigentlich Anliegen eines Bildbandes. Das Kunstverständnis der Autoren lässt einen beträchtlichen Teil des Bildmaterials zum Anschauungsmaterial für einen langen und lohnenden Ausflug in die Welt der Stile und Formen tibetischen Kunstschaffens werden, mit prägnanten Bilderklärungen und von ergänzenden Artikeln untermauert: über die „Erforschung" Tibets, Tibet im Exil, über tibetische Medizin, den typischen Aufbau eines Klosters sowie zentrale Motive des tibetischen Buddhismus. Dies alles gelingt in hohem Maße.

Der Anspruch der Autoren, in einem reich bebilderten Band eine Landeskunde von Tibet zu präsentieren, bleibt allerdings unerfüllt. Zwar ist der Einblick in die Kultur- und Religionsgeschichte, den die Binder und Rode vermitteln, sowohl anschaulich als auch umfassend, aber die tibetischen Regionen jenseits Zentral- und Westtibets und ihre Bewohner werden kaum mit einbezogen. Der Ostteil des Tibetischen Hochlandes, der mit den Kulturprovinzen Amdo und Kham etwa die Hälfte des gesamten tibetischen Kulturraumes ausmacht (!), ist mit ganzen drei (von über 260) Fotos repräsentiert - während dem kleineren (aber touristisch besser erschlossene Westtibet zehnmal so viele Bilder gewidmet sind. Im Text findet der Osten allenfalls als Herkunftsgebiet von hohen Lamas und Thangkas Erwähnung - von einer Darstellung des Lebensraumes, der kulturellen Besonderheiten und vielfach eigenen Geschichte, die nicht nur von jener Innerchinas, sondern auch von der Zentraltibets verschieden sein konnte, wollen wir hier gar nicht reden. Dies sollten wir auch weniger Binder und Rode selbst vorwerfen, denn die Aufarbeitung der kulturellen Eigenarten und geographischen wie geschichtlichen Besonderheiten von Amdo und Kham ist ja selbst in der Wissenschaft noch ein großes Desiderat. Aber den Anspruch einer umfassenden Landeskunde Tibets im Raum des ganzen Hochlandes, also dem (auch im Text in keiner Weise ernsthaft diskutierten) exiltibetischen  Anspruchgebiet, das auch in der Karte im Anhang wiedergegeben ist, erfüllt das ansonsten sehr schöne und lohnende Buch natürlich nicht. Um diese Rezension nicht mit diesen sehr kritischen Anmerkungen enden zu lassen, soll abschließend betont werden, dass dieser Bildband aus den meisten anderen Bildbänden dieser Art und dieses Umgfangs auf jeden Fall als ein sehr empfehlenswerter herausragt.

© Andreas Gruschke


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Über die Stränge geschlagen...

Colin Goldner: Dalai Lama - Fall eines Gottkönigs. Aschaffenburg: Alibri Verlag 1999, 460 Seiten m. 49 SW-Fotos, DM 39,-

Victor und Victoria Trimondi, Der Schatten des Dalai-Lama - Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus. Düsseldorf: Patmos-Ver[ag 1999, 816 Seiten m. 48 SW-Abbildungen, DM 58,-

Gleich zwei Studien haben sich 1999 des Dalai Lamas angenommen, der vergöttlichten Führerfigur der Tibeter, vor allem im Exil, die vom Westen im Laufe der Jahrzehnte jene Unfehlbarkeit zugesprochen bekam, die sich der Papst auf dem ersten Vatikanischen Konzil noch trickreich erschleichen mußte. Schon die Titel bzw. Untertitel - „Der Schatten des Dalai-Lama", „Fall eines Gottkönigs" - verraten, daß hier eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle, Funktion und Person der bislang als einer der großen Hoffnungsträger unter den Menschen gesehenen stattfinden soll. Ein Anliegen, das in Anbetracht der häufig kritiklosen Übernahme der Stereotypen eines Mythos Tibet (Der Dalai Lama steht, quasi stellvertretend für die Tibeter, für Friedfertigkeit, innere Harmonie, Mitgefühl und soziale Gerechtigkeit - für das Gute in der Welt schlechthin.) in unserer Gesellschaft verständlich ist und eigentlich längst überfällig war. Dabei geraten die Autoren, Goldner weniger als die Trimondis, gelegentlich etwas über die Stränge, was jedoch im Vergleich zu den oft extrem schmähemnden Worten, der aggressiven Dämonologie der zweiten (so genannten) Autobiographie des Dalai Lamas leicht verständlich wird. Wenn ein Friednesnobelpreisträger u.a. die Welt glauben machen möchte (wie er es ins einem Buch tut), die Chinesen würden Kinder essen, u.ä. Greuel mehr, so braucht es nicht zu verwundern, daß nach den Ursachen solcher Phantastereien gefahndet wird und diese ähnliche Deutungen erfahren.
Das zusammengetragene Material über das Leben des Dalai Lama samt Exkursen (bei Goldner) über politische, gesellschaftliche Verhältnisse im alten und heutigen Tibet, vor allem auch in den Klöstern, ist beachtlich und in einem umfangreichen Anmerkungsteil dokumentiert. Ein Wermutstropfen ist hier das fehlende Literaturverzeichnis bei Goldner, während es im Trimondi-Band unvollständig ist. Manches zitierte Werk scheint dort nicht auf. Goldsteins Werk über „Tibet, China and the Dalai Lama", das Goldner in seinem Verständnis noch einmal deutlich hätte weiterbringen können, fehlte dort ebenso wie das m.E. unverzichtbare Werk von Gerald Schmitz über „Tibet und das Selbstbestimmungsrecht der Völker". Für den rezensenten ist dies ein deutlicher Hinweis darauf, daß eminent wichtige wissenschaftlich fundierte Studien zu verschiedenen Aspekten der Tibetfrage in Deutschland leider noch immer nicht ausreichend zur Kenntnis genommen und verarbeitet werden. Auch nicht von den hier vorgestellten Autoren.

Leichte Kost ist natürlich auch Trimondis „Schatten des Dalai Lamas„ nicht. Bei einem wohlwollenden Blick auf die gute Darstellung der Geschichte Tibets unter einem weniger verklärten Blickwinkel, der kritischen Betrachtung der Aktivitäten der exiltibetischen regierung und der ihnen leider oft nach dem Munde redenden Tibet Support Groups sowie eine seit langem dringend nötige Zusammenfassung der verklärten westlichen Tibetbilder, wie sie auf den Seiten 300 bis etwa 460 bei Trimondis gegeben wird, bleibt als vehementer Kritikpunkt die fragwürdige Interpretation einer esoterischen Schrift. Einmal davon abgesehen, daß den Autoren der unmittelbare Zugang - infolge Nichtbeherrschen des Tibetischen - zu den Originaltexten fehlt, und davon, daß sie sich bei Ihrer Auslegung ausgerechnet auf die umstrittenste aller Übersetzungen - jene von Grünwedel - stützten, muß noch einmal betont werden, daß Nichteingeweihten das Verständnis der Tantras - die als Geheimlehren abgefaßt wurden - selbst bei Kenntnis der Sprache vorenthalten wird. Interpretationen dieser Texte aber, so interessant, spannend und hilfreich sie sein mögen, müssen aus diesem Grunde dennoch mit aller Deutlichkeit hinterfragt werden. Das hätten die Autoren selbst tun sollen - wahrscheinlich hätten sie ihren Thesen somit sogar mehr Nachdenklichkeit beschert.

Die kritiklose Übernahme scheinbarer tibetisch-buddhistischer Werte, wie es Goldner zu recht immer wieder beklagt, erinnert an das Aufsaugen westlicher Werte und Ideen in der chinesischen Gesellschaft, nachdem die Wechselbäder der Kulturrevolution sie ohne ideelle Werte hinterlassen hatte. Ähnliches gilt wohl auch für (viele von) uns im Westen, wo zwar einerseits Werte propagiert werden, die jedoch im geschäftsmäßigen, kapitalistisch orientierten Alltag zumeist keine Rolle mehr spielen. Von daher kommt Goldner dem Erfolg des Dalai Lama schon auf die Spur, wenn er ihm unterstellt, daß er die Gelegenheit nutze, „einen Plan für die Lösung der tibetischen Frage vorzulegen, mit dem sich die Verfechter der Gerechtigkeit auf der ganzen Welt identifizieren könnten (...). Den Forderungen des Dalai Lama läßt sich leicht beifall klatschen: es kostet nichts, verändert nichts und vermittelt doch das gute Gefühl, auf der politisch und moralisch korrekten Seite zu stehen." (S.239)

Von daher wäre es auch einmal wünschenswert, die Rolle des Dalai Lama, und all dessen, was er tut und - vermeintlich alleine - verantwortet, auch zu unserer Gesellschaft in Beziehung zusetzen. Es ist mit Sicherheit sehr lobenswert, daraf hinzuweisen, daß auch die Ideologien des tibetischen Buddhismus ihre Schattenseiten haben, daß auch die Tibeter Menschen mit Schwächen und Machtstreben sind, und vor allem, daß ein furchtbarer Prozeß der Dämonisierung Chinas seit langem sehr erfolgreich ist; aber die ganze Verantwortung dem Dalai Lama allein zu überantworten, ist dabei ebenso einfach wie falsch. Zum einen wird die Rolle und Bedeutung der Mitherrschenden und -entscheidenden dabei zu sehr heruntergespielt (Exilregierung, weitere bedeutende Lama-Inkarnationen); und zum anderen werden die nach Erachten des rezensenten wichtigen und sehr subtil wirkenden Ursachen und Motivationen in unseren Gesellschaften völlig unter den Tisch gekehrt.

Es reicht nämlich nicht, den Tibet-Unterstützern - von denen es solche mit sehr unterschiedlichen Motivationen gibt, die sich mit, zugegebenermaßen allerdings nur geringügig, verschieden lauten Tönen zu Wort melden. Beim Komplex der Schattenseiten des Dalai Lama oder des tibetischen Buddhismus sollte nun einmal auch zentral die Frage gestellt werden, wieso diese Art von „Propaganda" im Westen so erfolgreich ist; nach Gründen und Ursachen gesucht werden. Ich bin mir sicher, daß dabei ebenso viele „Leichen aus dem Keller" gehlt werden, wie die Trimondis in den  in den Klöstern gefunden haben wollen. Zur Tibet-Rezeption im Westen gehört als wesentliche Grundlage nun einmal auch die Konstitution, gehören die Befindlichkeiten: wie verlorengegangene Utopien, politisches Machtstreben, das sich in einer Welt, die gerade einige ihrer zentralen Feindbilder verloren hat, das vorhandene Bild eines Dämons gern zu nutze macht; aber auch wirkliche Ideale und Hilfsbereitschaft bis hin zur Benutzung des Themas für Ego-Trips und „Politische Selbstverwirklicher". Ohne solche Betrachtungen kommt man dem Phnomen der Dalai Lama-Rezeption bei uns wohl kaum auf den Grund.

Nichtsdestotrotz möchte ich noch einmal betonen: das Anliegen aller Autoren ist verständlich. Auch wer sich in Tibets Geschichte, der modrenen wie der alten, gut auskennt, muß anerkennen, daß die Materialsammlung, die in beiden Büchern zusammengetragen wurde, beachtlich ist und dem deutschen Lesepublikum eine Fülle von wichtigen und auch nötigen Interpretationsmöglichkeiten bietet, die es ind er gängigen Tibet-Literatur meist vergeblich suchen wird. Daß sich die Autoren jedoch auf das selbe Niveau begeben haben, wie die lautesten aus der Tibet-Unterstützer-Szene, die undiffernziert den Dämon China zeichenen, ist mehr als fragwürdig. Es geht nicht an, den einen Dämon durch einen anderen erstezen zu wollen.
Selbst wenn wir die heftigsten Interpretationen, die ja wirklich meist nicht von ungefähr kommen, gelten lassen wollen, so macht es uns spätestens der heftige Polemik, die beide Bücher oft in einem unerträglichen Maße durchzieht, schwer, die Bücher ernst zu nehmen. Und gerade das ist das Traurige: daß sich Autoren offensichtlich sehr viel Mühe gemacht haben, die wesentlichen Grundlagen für ihre Studien breit gefächert zusammenzutragen, und es dann aber durch die Art und Weise ihrer Präsentation wahrscheinlich machen, daß die, die es erreichen soll, sehr schnell wütend aus der Hand legen. Solche Autoren sollten bedenken, daß die, die schon Ahnung haben und ihre Gedanken nachvollziehen - wenn auch nicht immer ihnen zustimmen - können, weniger zum Nachdenken angeregt werden müssen, als jene, die dem auf dem Leim gehen, was sie zu recht beklagen.

Es bleibt zu hoffen, daß das nächste Mal, wenn diese oder andere Autoren, diese Thematik erneut aufnehmen und zu Recht problematiesieren, dies mit gleicher Sorgfalt, aber mehr Sachlichkeit tun. Sie machen den selben Fehler wie viele der sogenannten Tibet-Unterstützer: sie wollen dem Leser bereits sagen, was er zu denken und zu glauben hat, anstatt ihm die Grundlagen zu liefern, mit deren Hilfe er selbst entscheiden kann... daher: nicht weiter so, sondern: noch einmal von vorne.

© Andreas Gruschke


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Aus der Welt des tibetischen Buddhismus

Regina und Michael von Brück: Die Welt des Tibetischen Buddhismus. München: Kösel Verlag 1996, 21998, 160 S., DM 29,80

Michael von Brück: Religion und Politik im Tibetischen Buddhismus. München: Kösel Verlag 1999, 240 S., DM 36,-

Noch nie ist der Buddhismus im Westen so en vogue gewesen wie heute, und nach Informationen von Fachleuten soll die Zahl der Anhänger der tibetischen Formen des Buddhismus im Westen größer sein als die jeder anderen. Kein Wunder, daß die Zahl buddhistischer Einführungen unüberschaubar groß geworden ist, und fast schon muß man sich fragen, ob es noch Bedarf gibt für neue Veröffentlichungen. Eine konzise Darstellung dessen, was der Mensch im Buddhismus will und wie er dies umsetzt, stellt jedoch noch immer eine Herausforderung dar. Immerhin unterscheiden sich nicht nur im Hinayana-, sondern auch im Mahayana- und tantrischen Buddhismus eine Vielzahl von Orden nach Lehrinhalten, deren Betonung sowie deren Deutung, nach Meditationspraktiken und monastischer Organisation. Über den tantrischen Buddhismus in seiner Ausformung als tibetischer Buddhismus haben die beiden Religionswissenschaftler Regina und Michael von Brück ihre Einführung vorgelegt.

In einer Begegnung (so der Untertitel) wird der Leser in "Die Welt des Tibetischen Buddhismus" geführt. Nach einem ersten Eindruck vom geschichtlichen Hintergrund der Verbreitung des Buddhismus in Tibet wird dessen Geisteswelt diskutiert. Die Vertrautheit der Autoren mit dieser Geisteswelt drückt sich u.a. darin aus, daß sie eigene Worte finden, um diese zu behandeln. Scheinbar so leicht verständliche Inhalte wie der ‘edle achtfache Pfad’ gewinnen durch von Brücks eigene Deutungen erheblich mehr Klarheit als dies in gängigen Darstellungen der Fall ist.
Da im tibetischen Buddhismus die meditative Praxis eine zentrale Rolle spielt, räumen die Autoren ihr einen entsprechenden Platz ein. Einen großen Teil nehmen in ihrem Buch daher die Beschreibung der bzw. die Hinführung zur spirituellen Praxis, den damit zusammenhängenden geistigen Prozessen sowie deren Erläuterung ein. Nicht nur weltanschauliche Grundlagen, sondern auch wichtige Definitionen der wirksamen Bewußtseinskräfte und -ebenen, die zugrunde liegenden mentalen Faktoren und in Frage kommende Meditationsmethoden werden knapp, aber klar beschrieben. Lobenswert ist, daß die Autoren kritische Anmerkungen nicht vergessen: „Westlichen Meditationsbegeisterten ist oft nicht klar, daß hier eine Aufgabe angesprochen ist, die man nicht im Vorübergehen lösen kann. Wer den buddhistischen Weg des Geistestrainings gehen will, braucht Hingabe, Geduld und Beistand in einem Maße, wie wir es uns kaum vorstellen können."
Um den Einblick in den tibetischen Buddhismus abzurunden, werden am Ende die für das System des Lamaismus typischen Medienerscheinungen (Schamanen, Trance, Orakel) angesprochen. Eigentlich unmöglich erscheint das Unterfangen, Nichteingeweihte in einem solchen vergleichsweise dünnen Band nicht nur an die Oberfläche, sondern wirklich näher an die Inhalte des tibetischen Buddhismus heranführen zu wollen - und doch gelingt es in einem erstaunlichen Ausmaß. Mit Blick auf den gelungenen Entwurf der religiösen Inhalte sind die generalisierenden Skizzen zur Geschichte Tibets - die immer noch ausgewogener als manch umfangreichere Abhandlung sind - verzeihlich.  ...

... Letztere hat sich Michael von Brück ohnehin in seinem Buch "Religion und Politik im Tibetischen Buddhismus" zum Thema gemacht. In angemessenem Umfang werden die Verquickung von Religion und Politik bei den Tibetern und ihre Implikationen für die Gesellschaft und das politische Alltagsgeschehen abgehandelt. Im ersten Teil räumt von Brück sachlich mit zahlreichen Verklärungen auf, die im Kern dem westlichen Tibet-Mythos zuzuschreiben sind. Dabei wird so manche, scheinbar unverrückbare Tatsache zur Disposition gestellt. Auch chinesische Projektionen und Positionen nimmt er mit Recht kritisch unter die Lupe, denn „weder die Dämonisierung noch die Glorifizierung Tibets ist historisch glaubwürdig und hilfreich für das tibetische Volk" (S.30). Nur die Einsicht in die Rolle des Lamaismus im historischen wie modernen politischen Ränke- und Machtspiel wird uns endlich einem Verständnis der Ursachen der Tibetfrage und die Tibeter einer Lösung ihrer Probleme näherbringen.
Solches erkannt, beschäftigt sich von Brück im zweiten Teil des Bandes im wesentlichen mit der modernen Zeit. Ein Kapitel, das die Grundlagen und Problembereiche des Tantrayana in Tibet umreißt, ist in beträchtlichen Teilen eine Reaktion auf die in ihrem Anliegen zwar sehr wichtige, in ihrer inhaltlichen Durchführung oft aber phantastisch über die Stränge schlagende Studie von Victor und Victoria Trimondi (alias Roettgen: "Der Schatten des Dalai-Lama - Sexualität, Magie und Politik im tibetischen Buddhismus". Düsseldorf: Patmos-Verlag 1999, 816 S, , DM 58,-). Einig sind sich beide Seiten wohl in ihrer Auffassung, daß der Westen die Chancen und Gefahren von Deutungen und Fehleinschätzungen der tantrischen Systeme nicht in angemessener Weise würdigt. Sind jedoch die Trimondis überzeugt davon, daß der Tantrismus den Lamas - insbesondere dem Dalai Lama - im Kern dazu diene, die Weltherrschaft zu erlangen, führt von Brück mit seinen Deutungen wieder zu den eigentlichen Anliegen des Buddhismus zurück - und vertritt dabei, daß die Exzesse des tantrischen Systems aus der Schwäche der Menschen resultierende Entgleisungen und daher nicht systemimmanent seien.

Ein umfangreiches Kapitel ist der Kontroverse um Dorje Shugden gewidmet, einer Schutzgottheit, deren Kultus in der tibetischen Exilgemeinde und der westlichen Gelugpa-Anhängerschaft viel Unruhe gestiftet hat. Zwar rechtfertigt die Bedeutung dieser Schutzgottheit im Gesamtzusammenhang der Religionsgeschichte Tibets einen solchen Umfang nicht, doch ist dieses Kapitel bislang die einzige für eine breitere Öffentlichkeit bestimmte Publikation, in der sich ein interessierter Leserkreis über die Shugden-Kontroverse und ihre Hintergründe informieren kann. Als einer der größten doktrinären Konflikte in der Geschichte des modernen Lamaismus wird deren Kenntnis künftig wohl noch mehr von Bedeutung sein.

Das abschließende Kapitel gibt Interviews mit dem Dalai Lama wieder, in denen er zu Gewalt und Gewaltlosigkeit befragt wird, wie auch zu Themen, die ökumenische Fragen betreffen sowie solche der Gedanken des Dalai Lamas darüber, wie religiöse Anliegen weltweit politische Kultur oder die Menschheit per se voranbringen könnten. Es stellt sozusagen die tibetisch-buddhistische Synthese aus Theorie und Wirklichkeit des Lamaismus dar. So interessant diese Ausführungen auch sein mögen, ist doch zu bedenken, daß die Vorstellungen des Dalai Lamas allein nicht den tibetischen Buddhismus - und schon gar nicht die daraus abgeleitete politische Marschrichtung der Exilregierung - repräsentieren können. Nicht nur ist der Dalai Lama lediglich eine - wenn auch für viele die wichtigste - der höchsten Inkarnationen, sondern er ist ein Vertreter einer einzigen der tibetischen Schulrichtungen, unter denen sich innerhalb der vier Hauptschulen eine Fülle ihm nicht unterstehender, in der Auslegung und Betonung der Inhalte sehr unterschiedlicher Orden finden. Jenseits der zentraltibetischen Grenzen haben die von Gelugpa-Traditionen unabhängigen Schulrichtungen durchaus ihre Eigenständigkeit bewahrt und bemühen sich auf andere Weise, die Sektengrenzen überwinden (wie z.B. in der osttibetischen Rime-Bewegung), als er dies zu tun wünscht. Das wird bei der Publizität des heutigen Dalai Lamas gerne vergessen.

So ist als ein wesentliches Verdienst dieses Buches anzuführen, daß es mit der Verklärung der buddhistischen Tibeter aufräumt, daß es deutlich macht, daß auch in Tibet - wie andernorts auf der Welt - die Verquickung von Religion und Politik regelmäßig dazu geführt hat, daß religiöse Kerngedanken vergessen oder ihnen zumindest zuwidergehandelt wurde. Ein wenig schmerzlich ist, daß die Qualität der Darstellung, die insgesamt wenig vom Mythos Tibet getrübt ist, durch eine starke Zentriertheit auf den Dalai Lama andere Aspekte Tibets vernachlässigt und die modernen Tibeter in vieler Hinsicht auf ihre bekannteste Führungspersönlichkeit reduziert. Mit diesem Kritikpunkt im Hinterkopf kann dem vorliegenden Buch jedoch überaus viel abgewonnen werden.

© Andreas Gruschke


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Im Land der Tempel und Pagoden: Burma

Gerard Saitner, Bettina Winterfeld: Burma - Bucher Global. München: Verlag C.J. Bucher 1999, 160 Seiten m. 30 Farb- und 18 SW-Fotos sowie 7 Karten und Übersichtsplänen, DM 58,-
Kaum ein anderes Land im südlichen Asien weckt bei sowohl kulturgeschichtlich als auch politisch Interessierten zwiespältigere Gefühle als Burma, das seit 1989 wieder offiziell Myanmar heißt. Einerseits ist es ein fast mythisch verklärtes buddhistisches Reich voller Tempel und Pagoden in tropisch grüner Landschaft und mit einem überaus farbenprächtigen ethnischen Mosaik, das jeden Reiselustigen lockt. Andererseits herrscht dort ein Militärregime, das einen zweifeln lässt, ob eine Burma-Reise unter den gegebenen Umständen angemessen ist.
Der Bucher Verlag bietet uns mit einem Bildband an, eine solche Reise zunächst zu Hause auf dem Sofa zu machen, geführt von der landeskundigen Autorin Bettina Winterfeld. Nicht nur aus Sätzen wie „Ohne Zweifel machen die Begegnungen mit den Menschen einen großen Teil des Charmes von Burma aus" macht sie uns deutlich, dass sie sehr viel Zuneigung zu den Bewohnern des Landes hegt. Mit ebenso liebevollem Blick dokumentiert der Fotograf Gerard Saitner die Vielfalt der Region in farbigen, ruhigen Bildern, die etwas von der Ruhe und Verschlafenheit vermitteln, die es in Burma noch gibt. Sachkundige Texte über Geschichte, Gebräuche, Lebensart und Gesellschaft ergänzen die „Führung" durch das Land. Einzig die Inhalte des Buddhismus sind - vor allem in Anbetracht seiner enormen Bedeutung in Burma - etwas rudimentär erläutert.

Trotz malerischer Eindrücke fehlt jedoch der kritische Blick auf das Regime des Landes nicht. Aber gemäß dem Anspruch des Bandes, der ein touristischer ist und nicht politisch, sind es nur wenige deutliche Worte. Alles wird idyllisch beschrieben - was es für den Reisenden über große Strecken wohl auch ist - und insgesamt wird nur wenig Problematisches angesprochen. Aber so wie man in einer Liebeserklärung wohl kaum Dinge zu problematisieren wünschte, muss man auch diese Liebeserklärung an das südostasiatische Land sehen. Wer sich über heikle Hintergründe genauer informieren will, wird ja kaum zu diesem herrlichen Bildband greifen, dessen qualifizierte Texte, schöne Fotos und dazugehörige genaue Bildunterschriften entweder auf eine Reise einstimmen oder eine solche nachvollziehen lassen wollen. In einem solchen Rahmen lässt sich kaum vermitteln, welche menschlichen Härten es in Burma gibt.


Nebenbei bemerkt muss darauf hingewiesen werden, dass der interessierte Leser für solche Informationen - also politische Hintergründe - zur Zeit eigentlich nur auf englischsprachige Werke verwiesen werden sollte. Die einzige umfassend angelegte deutschsprachige politische Landeskunde [Klemens Ludwig: Birma. München: Verlag C.H. Beck 1997, 188 Seiten, DM 19,80,-] zeichnet sich zwar durch deutlicher - ja vehemente - kritische Äußerungen aus. Es ist aber verfasst von einem Autor dessen Landeskenntnis sich bei der Lektüre als oberflächlich erweist und der keinerlei Liebe zum Land und/oder seinen Menschen auszudrücken imstande ist. Aus diesem Grund hätte man sich hier vielleicht doch ein etwas umfangreicheres Kapitel über die gesellschaftspolitische Dimension gewünscht. In Ansätzen wäre auch eine Diskussion darüber erfreulich gewesen, inwiefern der burmesische Traditionalismus wie auch die ausgeprägte buddhistische Lebensform die Autokratie der Militärs sogar begünstigt. Immerhin kann man aus Winterfelds Texten herauslesen, dass Zwangsverpflichtungen zum Pagodenbau, wie die Militärs es in heutiger Zeit tun, in der Geschichte des Landes nichts Neues darstellen.

Wer also wachen Verstandes die in die schönen Stimmungsbilder eingestreuten Hinweise auf das Regime wahrzunehmen vermag, wird sich seine kritischen Fragen durchaus selbst formulieren können. Wer solche Fragen selbst formuliert, kann sich zudem die Antworten darauf bei einer hier angeregten Burma-Reise leichter selbst suchen. Dies ist ohnehin besser, als dem Leser von vornherein zu sagen, was er zu denken und zu glauben hat - wie es manche Autoren tun (wie in der oben genannten Länderkunde). Was den Verfassern des vorliegenden Burma-Bildbandes ein Anliegen ist, nämlich ihre Liebe zur Kulturnation Burma und ihren Menschen zu vermitteln, kann daher als gelungen angesehen werden.

© Andreas Gruschke


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Der Hinduismus - Einführung in einen sozio-religiösen Komplex

Axel Michaels: Der Hinduismus - Geschichte und Gegenwart. München: Verlag C.H. Beck 1998, 460 Seiten m. 31 SW-Fotos, DM 58,-
Die Beschreibung religiöser Systeme in völlig anderen Weltgegenden ist immer eine Herausforderung besonderer Art. Dies wird oft auch deshalb so schwierig, als wir im Westen aufgrund unserer klassifikatorischen Herangehensweisen Weltanschauung, Religion, Philosophie in aller Regel mit konzentriertem Blick auf deren spirituellen Inhalte und die damit verbundenen Rituale betrachten und zu erfassen suchen und dabei nicht selten die enge Verwobenheit mit der in ihr lebenden Gesellschaft, die zahlreichen gesellschaftlichen Implikationen aus dem Auge verlieren. Damit werden wir den entsprechenden religiösen Systemen häufig nicht oder nur sehr unvollständig gerecht.
Ganz anders geht daher Axel Michaels in seiner umfangreichen Einführung an den Hinduismus heran. Bei über 700 Millionen Menschen, die verschiedene Formen hinduistischen Glaubens praktizieren, kann es nicht bei einer Betrachtung der „heiligen Schriften" und der Ritualistik und der Beschreibung der „Millionen von Göttern" bleiben. Hier muß die Alltagspraxis einer Weltreligion geschildert werden.

Schon zu Beginn des Buches wird klar, daß es höchste Zeit für neue Herangehensweisen war - vor allem, wenn bei der versuchten Beantwortung der Frage ‘Was ist Hinduismus?’ deutlich wird, dass dieser als zusammenhängende Religion von manchen als ein Konstrukt des Westens in Frage gestellt wird. Ein solches Hinterfragen muss auch erlaubt sein, wenn man erfährt, nach dem 1955 erlassenen indischen Gesetz Hindu Marriage Act sei „ein Inder dann ein Hindu, wenn er nicht einer anderen Religion angehört". Inder hatten sich selbst bis in die jüngste Vergangenheit nicht als Hindus bezeichnet - es ist eine Fremdbezeichnung, welche die Briten von den persischen Muslimen übernahmen, um die nicht-muslimische Bevölkerung des indischen Subkontinents zu bezeichnen.

Wie also beschreibt man eine Religion, die wir zunächst durch Abgrenzung von anderen Religionen definiert haben? Eine Religion, in der es weder den einen Religionsstifter, noch nur eine kirchliche Institution oder ein religiöses Oberhaupt gibt? nicht nur ein heiliges Buch oder eine Lehre oder ein religiöses Zentrum? und damit keine einzige für alle verbindliche religiöse Autorität. Schon diese Fragen machen deutlich, dass die sonst übliche Herangehensweise bei der Betrachtung von Religionen beim Hinduismus so nicht fruchten kann.

Axel Michaels hält es für geboten, „alte Zöpfe in Darstellungen des Hinduismus abzuschneiden". Mit Recht verweist er darauf, dass die Indologie mit ihrer Selbstauffassung als reine Philologie und der ausschließlichen Beschäftigung mit alten Texten große Lücken bei der Bearbeitung kulturgeschichtlicher Komplexe Indiens offen gelassen hat. Michaels möchte diese Lücke zu schließen versuchen, indem er ethnologische Forschungsergebnisse mit indologischen Erkenntnissen verknüpft. Das heißt, er rückt den lebendigen religiösen Komplex des Hinduismus in den Vordergrund und entgeht so dem Fehler, ihn mehr oder weniger ausschließlich über seinen Schriften allein zu definieren: „Bei Ritualen wird zu oft von normativen Texten statt der Praxis ausgegangen."

Dem interessierten Leser bietet Michaels daher verschiedene Zugänge zum Hinduismus an. Diese gliedert er in drei Teile, die sich 1. mit den theoretischen und historischen Grundlegungen, 2. der Bedeutung der Religion in der indischen Gesellschaft und 3. schließlich mit den weltanschaulich-philosophischen Gedankengebäuden dieser Religionskomplexes auseinandersetzen.

Sehr anschaulich und an vielen vor Ort beobachteten Beispielen fängt der Autor die traditionell geprägte, noch lebendige Alltagspraxis des Hinduismus und dessen Einfluß auf die moderne indische Gesellschaft ein: Michaels beschreibt die Lebensstadien der Kindheit und Sozialisation, die Initiationsriten, das Hochzeitsritual und die religiösen Feste; er untersucht den Ursprung und die Auswirkungen des Kastensystems, die Vorstellung von Raum und Zeit, von Tod, Wiedergeburt und Erlosung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten.

Damit wird Michaels Buch über den Hinduismus zugleich zu einer Studie über Rituale und sozio-religiöse Identitätsbildung, das nicht nur in den Stoff einführen, sondern auch mit einem bestimmten habituellen Denken und Fühlen vertraut machen will. Damit haben wir über den gesellschaftlichen und religiösen Komplex Hinduismus endlich einmal ein anspruchsvolles und spannendes Werk, das uns nach der Lektüre nicht nur mit dem Befremden zurück lässt, dass Indien eben wirklich anders sei, und das nicht - wie häufig die üblichen Pressemeldungen - einen Exotismus des Schauderns bedient. Hier eröffnet sich die Chance, das Fühlen und Denken der Menschen in größerem Maße nachzuvollziehen und damit natürlich auch einen besseren Zugang zu der zugegebenermaßen schwierigen Lebenswelt der Inder zu finden.

© Andreas Gruschke


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Tibetische Nomaden in Sichuan

Angela Manderscheid: Lebens- und Wirtschaftsformen von Nomaden im Osten des tibetischen Hochlandes. (Abhandlungen - Anthropogeographie, Institut für Geographische Wissenschaften, Freie Universität Berlin, Band 61). Berlin: Dietrich Reimer Verlag 1999, 228 S., mit 16 SW-Fotos, 28 Karten und Übersichten, 9 Tabellen, DM 58,-

Nomadismus als eines der weltweit im Rückzug, wenn nicht gar Verschwinden begriffenen Wirtschafts- und Kulturphänomene erfreut sich in der heutigen Zeit mehr romantischer Vorstellungen als wissenschaftlicher Bearbeitung, zumal in deutscher Sprache. Überaus erfreulich ist daher die Abhandlung von Angela Manderscheid über Nomaden in Osttibet.

Wie vielerorts haben die tibetischen Nomaden gerade nach Gründung der sozialistischen Volksrepublik China teif greifende Umwälzungen erlebt. Eines der wenigen Beispiele wissenschaftlicher Aufarbeitung solcher Transformationsprozesse unter tibetischen Nomaden sind die Arbeiten von M. Goldstein und C. Beall in Westtibet. Inzwischen legte Angela Manderscheid nach mehrmaligen Forschungsaufenthalten in der osttibetischen Präfektur Ngawa (Aba) in den Jahren 1989 bis 1992, insbesondere dem bis heute schwer zugängliochen Kreis Dzamthang, eine überaus interessante sozialgeographische  Arbeit vor.

Ausgehend von einem Überblick über den Forschungsstand und einer ausführlichen Betrachtung des Untersuchungsgebietes setzt die Autorin die traditionelle Wirtschaftsweise vor 1949 zu den mehrfachen Veränderungen seit der Einflussnahme Pekings zueinander in Beziehung. Die nötige Differenzierung in den Tierhaltungssystemen wird dabei ebenso geleistet wie auch die sukzessive Analyse der Folgen von Kollektivierung und zentralistischer Verwaltung während des „Großen Sprungs" und der Kulturrevolution, der Rückgabe der Herden in Familienbesitz zu Beginn der 80er Jahre und neuerdings auch der stärkeren Marktorientierung. Interessant ist in dieser Hinsicht der Versuch einer Modernisierung der mobilen Tierhaltung, die den Nomaden eine wirtschaftliche Perspektive entwickeln soll. Probleme der Überweidung, Winterfütterung etc. kommen dabei gleichfalls zur Sprache.

Manderscheids pessimistisch anmutendes Fazit, dass die bewährten Formen des nomadischen Wirtschaftens langfristig verschwinden werden, ist weniger allein mit Blick uf die innerchinesische Politik als vielmehr im Kontext der Globalisierung verständlich - ist doch, wie die Autorin schon zu Beginn ihrer Abhandlung feststellte, die nomadische Lebens- und Wirtschaftsweise in vielen Regionen der Welt im Niedergang. Das wird dennoch viele Kulturromantiker nicht hindern, die Veränderungen bei den Nomaden Osttibets als ein spezifisch chinesisches Problem zu sehen, anstatt mit Staunen und Achtung auf die Anpassungsleistungen der wirtschaftenden Tibeter an die moderne Welt zu schauen. Denn, auch das schreibt Manderscheid, gerade auch durch die Veränderungen in der „staatlichen Agrarpolitik, die nomadische Tierhaltung in China unter der Leitidee einer marktorientierten Produktion zu verändern" (S. XI) bietet sich für die nomadische Produktionsweise in Dzamthang überhaupt erst die mittelfristige Überlebenschance. Die Autorin glaubt, „dass die nomadische Lebens- und Wirtschaftsweise auf dem tibetischen Hochplateau zunächst nicht, wie in anderen Regionen der Welt, völlig verdrängt wird." (Zit. S. 191)

Das ist kulturkonservativ gesehen natürlich nicht genug, doch können auch tibetische Viehzüchter nicht für uns in einem überdimensionalen Freiluftmuseum ihre Kultur zu 100 Prozent konservieren. Als langfristige Entwicklung hält Manderscheid daher für möglich, dass aus den nomadischen Tierhaltern in (Ost-) Tibet marktorientierte mobile Tierzüchter werden - möglichweise, aber nicht zwangsläufig. Diese Prognose dort erscheint mir nicht pessimistischer als andere hier, die den Umgang mit Umwelt, Natur und Kultur andernorts, insbesondere bei bzw. durch uns im Westen, einer kritischen Betrachtung unterziehen. Erfreulich ist in diesem Kontext, dass die Autorin sachlich und unvoreingenommen an das schwierige Thema herangegangen ist: so wird es zu einer interessanten, lohnenden Abhandlung, die über ihr wirtschafsgeographisches Anliegen hinaus eine Fülle interessanter, ja spannender Details zum Leben, Denken und Verhalten tibetischer Viehzüchterfamilien liefert.

© Andreas Gruschke


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Ian Baker & Thomas Laird:

Der geheime Tempel von Tibet

Ian A. Baker, Thomas Laird: Der geheime Tempel von Tibet. Eine mystische Reise in die Welt des Tantra. München: C.J. Bucher Verlag 2000, 216 S., mit 151 Farbfotos und 33 SW-Illustrationen, DM 128,-
Mit ihrem prächtigen Bildband über den Lükhang, den Naga-Tempel am Nordfuß des Potala-Palastes, geben Ian A. Baker und Thomas Laird eine äußerst schöne Einführung in die Bilderwelt des tantrischen Buddhismus. Lairds Fotografien sind von ausgezeichneter Qualität und vermitteln einen großartigen Eindruck von der feinen Arbeit der Wandmalereien, auf die sich die Bildauswahl voll und ganz beschränkt. Etwas irritierend sind für den Rezensenten die wenigen Außenaufnahmen auf dem kleinen See, in dem sich die kleine Insel mit dem Lükhang befindet. Sie vermitteln den Eindruck eines abgelegenen ländlichen Idylls inmitten der Stadt Lhasa - zumal da die Bildlegenden davon erzählen, der Lükhang sei von der Nordseite nur per Boot erreichbar. Hier stellt sich die Frage nach dem Sinn des Ganzen, wo der Naga-Tempel doch über die vom dem Potala zugewandten Südufer aus über eine Brücke zu Fuß erreichbar ist. 
Über alle Zweifel erhaben jedoch ist die ausgezeichnete Bilddokumentation der Wandmalereien im Oberstock des Lükhang, eines den örtlichen „Wassergeistern" gewidmeten Tempels, der unter dem 6. Dalai Lama zur Sühne für die beim Bau des Potala erfolgte Zerstörung des Lebensraumes der Nagas errichtet worden war. Der Tempel als solcher war gewiss nicht geheim, doch dürfte sich dieser Begriff letztlich auf die in den Malereien vermittelten „Geheimlehren" tantrischer Lehren beziehen, wie sie esoterische Lehrsysteme auszeichnen.

Wichtigstes Anliegen des Buches ist wohl, den Leser und Betrachter zu den spirituellen Inhalten hinzuführen, die auf den Wandmalereien im Oberstock des Lükhang ausgedrückt wurden. Daher rührt auch sicher der instruktive Charakter der Bildauswahl, die durch Bildwiederholungen in Form von Ausschnitten und vergrößerten Details immer wieder die zentralen Motive und Inhalte repetiert. Zusammen mit den übersetzten Texten gibt das sowohl Stimmung als auch Eigenheiten tibetischer Lehrmethoden wieder, die als bildlich umgesetzte praktische Anweisungen für den nach spiritueller Erfüllung strebenden Menschen gedacht sind. Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass im Zentrum dieser Methoden der Lehrer, der Lama, steht, ohne dessen Einweisung mit Blick auf die charakterlichen Eigenheiten des Schüler-Individuums weder Betrachtung von Bildern noch die Lektüre der Tantras ein Fortschritt in der tantrischen Praxis nicht möglich ist. Auf diese Problematik weist der Dalai Lama sinnigerweise in seinem Geleitwort hin. Traditionelle durften daher nur jene, die sich durch jahrelange Studien und Meditationen mit einem erfahrenen Lehrer ausgewiesen hatten, in die Geheimnisse der auf den Bildern des Lükhang dargestellten tantrischen Praxis eingeweiht werden. Die Malereien bieten demnach allenfalls Hilfen und sind keinesfalls als Grundlage der Meditationspraxis gedacht. Für die einfachen Gläubigen in Tibet bedeutet das Betrachten allein der Bilder schon ein Öffnen des Geistes für verborgene spirituelle Wahrheiten - hohe Lamas und gelehrte Mönche sehen dies gewiss kritischer.

Einführend umreißt Baker die Geschichte des kleinen Tempels, wie auch jene der Dalai Lamas. In einem knappen Kapitel wird die Bildersprache der buddhistischen Kunst erläutert, bevor die Malereien in drei Kapitel ausführlichst beschrieben und gedeutet werden. Die große Detailkenntnis dieses Parts machen kleiner Fehler schnell vergessen - S. 27: Baker folgt dem weit verbreiteten Irrtum, die Vorgänger des 5. Dalai Lamas als Manifestationen des Bodhisattvas Avalokiteshvara anstatt solche Manjushris zu bezeichnen; Vajrasattva ist über weder, wie auf S.90 bezeichnet, einen Bodhisattva noch einen Sambhogakaya-Buddha, wie es im Glossar heißt, sondern gehört als Adibuddha („Urbuddha") der Sphäre des Dharmakaya an.

Baker veranschaulicht die Ikonografie mit ausführlichen Erklärungen, ohne das philosophische Abstraktionsvermögen des Lesers zu überfordern; gerade dieses Abstraktionsvermögen ist es allerdings, das den Adepten im tantrischen Buddhismus auszeichnet und diese Lehren so überaus diffizil erscheinen lässt. So schön der Bildband ist, wird er daher einen interessierten Adepten nicht endgültig zu den komplexen Wahrheiten des tantrischen Buddhismus hinführen können, und wir müssen ihn als das nehmen, was er ist: eine ausgezeichnete kunstgeschichtliche Dokumentation über den Lükhang. Für alle, die sich mit tibetischer Mystik und Visualisationsmethoden befassen, ist das ausführliche Bildwerk natürlich eine gute Ergänzung ihrer Studien, vielleicht auch, so wünscht es zumindest der Dalai Lama in seinem Geleitwort auch zu diesem Buch - allen Betrachtern eine Quelle der Inspiration.

© Andreas Gruschke



 
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M. Jan und R. & S. Michaud: 
Die Chinesische Mauer

Michel Jan, Roland und Sabrina Michaud: Die Chinesische Mauer. München: Hirmer Verlag 2000, 272 S., mit 150 Farbfotos und 15 SW-Illustrationen, 1 Karte, DM 148,- ISBN 3-85823-868-6
Der exklusive und schon auf den ersten Blick sehr schön aufgemachte Bildband Die chinesische Mauer aus dem Hirmer Verlag präsentiert erstmals in einer deutschen Publikation die Geschichte der „Großen Mauer", eingebettet in einen Text mit literarischen, über Jahrhunderte überlieferten Zeugnissen, die ein packendes Porträt der damaligen Landschaft und ihrer Menschen geben. 
Nicht von ungefähr gilt dieses aus Stein, Erde und Lehm gebaute Bauwerk Chinas als eines der bedeutendsten und größten Bauwerke unserer Erde, und ist gleichzeitig Sinnbild der turbulenten Beziehungen des Reichs der Mitte zu seinen nördlichen und westlichen Nachbarn.
Michel Jan beschreibt auf sympathische Weise und sachkundig die Geschichte der Großen Mauer im Wandel der Zeiten. Mit Blick auf die chinesischen Dynastien, durch sinnvolle und qualifizierte Endnoten ergänzt, macht sein Text diesen prächtigen 270-Seiten-Bildband nicht einfach nur zu einem Buch über die „Zehntausend Li lange Mauer", wanli chang cheng, sondern schon zum Entwurf einer knapp gehaltenen Zivilisationsgeschichte des Reichs der Mitte. Es gelingt ihm dabei, von westlichen Denkkategorien wegzuführen und hin zum Verständnis dessen, was „China" ist und „chinesisch" ausmacht. Auch wenn Jan den (westlichen) Begriff ‘Barbar’ (für das chinesische hu, das die ‘unzivilisierten Völker im Norden und Westen des Reiches’ bezeichnete) etwas strapaziert, macht er gleichwohl auf wohltuende Art deutlich, dass China gerade auch durch das Spannungsverhältnis zwischen den Ackerbau treibenden Menschen des Reiches der Mitte (zhongguo ren) und den nomadischen Reiterkrieger-Völkern an seiner nördlichen und westlichen Peripherie das geworden ist, was es ist. Kein Wunder also, wenn sich dies auch innerhalb der heute als Han bezeichneten chinesischen Bevölkerungsmehrheit widerspiegelt:
„In solchen spröden, asketischen Landschaften wie im Norden Chinas findet man zu allen Zeiten Menschen, die sich der strengen Natur angepaßt haben. Der Nordchinese hat sich an das einfache Leben und die rauhe Existenz gewöhnt. Groß, lebensvoll, herzlich und jovial, ein gutmütiger Zwiebelesser, ist er in jeglicher Hinsicht mehr Mongole, mehr Traditionalist als der Abkömmling jenes Bevölkerungsgewimmels um Shanghai mit den Hügeln und den Flußmündungen des Südens." (Zit. S. 20)
Selten nur hat ein westlicher Autor die innere Verbundenheit der Chinesen mit ihren Minderheitenvölkern so gut ausgedrückt. Dieses Kosmopolitische der chinesischen Kultur schließt dennoch die ständigen äußeren Spannungen, Kriege, Gewaltakte und Verletzungen nicht aus, deren großartigstes Symbol die Große Mauer ist: Trennlinie der Lebensweisen und Kulturen wie auch ihre Nahtstelle: „Trotz aller Opfer war die Mauer immer nur eine ungefähre Grenze." (Zit. S. 39)
Tatsächlich ist die Grenzfunktion der Mauer relativ zur Geschichte nie besonders bedeutend gewesen. Dazu war die Geschichte viel zu dynamisch, hat sich das Reich der Mitte meist viel zu schnell von innen heraus über diese Grenze hinaus bewegt. Das lässt Jan denn auch Maodun, den großen Fürsten der Xiongnu, in seiner fiktiven Rede (Prosopopoeie) ausdrücken:
„Deine Mauer trennt nicht zwei Welten. Sie ist die Achse, an der sich unsere Einflußsphären begegnen und verbinden. Sie umfaßt einen am Rande liegenden Landstrich, wo sich unsere Leben in ihrer Unverletzlichkeit vereinen, ohne dass wir uns gegenseitig zerstören. In Dein Reich wie in mein Reich strahlt die Wirkung der Mischung unserer Kulturen in unser tägliches Leben hinein..." (Zit. S. 57)
Solches einmal erfaßt, ist es nur konsequent, bei der Bildauswahl für einen Bildband über die Trenn- und Verbindungslinie Große Mauer nicht unmittelbar an den Grenzen Chinas halt zu machen. Qualitativ hochwertige Farbaufnahmen beschwören durch einfühlsam fotografierte Kunstwerke aus mehr als zwei Jahrtausenden - darunter Grabfiguren, Malereien und buddhistische Kunst - die Vergangenheit und lassen sie lebendig werden. Eingestreute Zeichnungen, kalligraphische Feinheiten und Gedichte runden diese in jeder Hinsicht gelungene bibliophile Kostbarkeit ab. Beeindruckende Fotos der Mauer der zu Recht berühmten Fotografen Roland und Sabrina Michaud wechseln sich so ab mit wie Gemälde wirkenden Landschaftsimpressionen der Steppe und des nordchinesischen Lösslandes wie auch aussagestarken Porträts von Han-Chinesen, Mongolen, Kasachen und Kirgisen und ihrer Lebenswelt. Dadurch fällt kaum auf, dass kaum Bilder der Mauer von außerhalb der Großregion Beijing-Datong aufscheinen, die Autoren dem Leser keine Einblicke in technisch-architektonische Details des gewaltigen Verteidigungswalls gewähren. Vielmehr porträtieren sie ihn als einen ruhigen und schönen Drachen, wie er sich in herrlichen Panoramen durch die Berge windet. Dabei finden einige sehr schöne Bilder Eingang - wie der so genannte „Hängende Palast am Grünen Felsen", bei dem es sich um einen buddhistischen Tempel im Taihang-Gebirge handelt - die ohne Kontext als schöne Motive eingefügt sind. Vielleicht hätte man sich überhaupt die wirklich vorzüglichen, ausführlich-inhaltsreichen Bilderläuterungen in die Nähe der betreffenden Fotos gewünscht. Doch hier scheint dem Rezensenten, das seine Ansprüche um sehr steigen, je besser das vorliegende Werk ist. Dies aber ist keine Frage: Dem Prachtband über die Große Mauer des Hirmer Verlages lässt sich wirklich nur widerstehen, wenn man die für diese Qualität nun einmal aufzubringenden 148,- DM nicht in seinem Geldbeutel findet. Er bietet alles, was man von einem anspruchsvollen Bildband dieser Preisklasse erwarten kann: traumhafte Bilder und Illustrationen, kennerhafte Hintergrundinformationen und Poesie gleichermaßen - kurz: ein Werk, das man immer wieder zur Hand nimmt, um sich von ihm in eine längst vergangene fremde Welt entführen zu lassen.

© Andreas Gruschke


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Gerhard W. Schuster:

Das Alte Tibet
Geheimnisse und Mysterien


Gerhard W. Schuster: Das Alte Tibet. Geheimnisse und Mysterien. St. Pölten, Wien, Linz: NP Buchverlag 2000, 304 S., mit 25 Farb- und 20 SW-Fotos, kleinere SW-Illustrationen, DM 39,80 ISBN 3-85326-137-X

Aus der Buch-Beschreibung:
"Faszinosum Tibet. Was ist es, das dieses ferne Land gerade heute für viele Menschen aus dem Westen so anziehend macht? Die großartige Einsamkeit der Landschaft, das leuchtende Schneegebirge des Himalaya, die Exotik einer vielschichtigen, fremden Kultur? Es ist viel mehr als das. Es ist die Ahnung, daß sich da jenseits der wolkenverhangenen Gipfel eine Seins- und Lebensweise entwickelt und nahezu bis auf unsere Tage behauptet hat, die der westlichen diamentral entgegengesetzt ist: Hier das nach außen orientierte, aktive Leben; dort das Bewußtseins, Teil einer kosmischen Ordnung zu sein
Von einer solch spirituellen Sicht der Welt erzählt dieses Buch. Der Leser begibt sich auf eine Reise nach innen. Er wird zunächst mit dem vorbuddhistischen, dem animistisch-magischen Weltbild des Alten Tibet konfrontiert und mit den geheimnisvollen Praktiken und Ritualen tibetischer Magie und Zukunftsschau vertraut gemacht. Sodann erwartet ihn, anhand zahlreicher Beispiele verdeutlicht, eine leicht verständliche Einführung in das Lehrsystem des tantrischen Buddhismus, wie es sich seit dem 8. Jahrhundert in Tibet ausgebildet hat, mit seiner Vielfalt an übersinnlichen Wahrnehmungen, etwa der Telepathie, von den Tibetern malerisch als Botschaften auf dem Winde umschrieben. 
Der letzte Abschnitt des Buches ist den beiden zentralen Themen tibetischer Lebensschau gewidmet: dem Mysterium des Todes sowie der Frage nach dem Danach - dem Nachtod-Phänomenen und der Wiedergeburt. Durch das Miteinbeziehen markanter Zitate und Augenzeugenberichte berühmter Tibet-Reisender, aber auch eigener Erlebnisse des Autors im Zuge seiner Feldforschungen rundet sich das Buch zu einer ebenso lebendigen wie umfassenden Darstellung einer kraftvollen, archaischen Kultur, wie sie sie faszinierender nicht sein könnte."
Eine Rezension, die von einem etwas anderen Standpunkt ausgeht, ist die Buchbesprechung des Schuster-Buches "Das Alte Tibet. Geheimnisse und Mysterien" vonè Victor und Victoria Trimondi.


Eine eigene Rezension des meines Erachtens
durchaus empfehlenswerten Buches erfolgt voraussichtlich nicht.
Andreas Gruschke


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